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» Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit den Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben. «

W. v. Humboldt

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Ratgeber für Angehörige
24-Stunden-Pflege zu Hause

 

Stellungnahme zum KDA - Portal

KDA Internetportal: Investition in die falsche Richtung

Statt etwas gegen die Ursachen für die Missstände in der Pflege zu unternehmen und endlich dafür zu sorgen, dass jede Anzeige mit der gebotenen Sorgfalt geprüft wird, steckte die Regierung, Steuermittel in Höhe von 570.000€  in ein Internetforum, indem  kritische Ereignisse in der Pflege anony angezeigt und kommentiert werden können.

Als wir Ende 2006  in einer Pressemitteilung des BMG von dem fragwürdigen Projekt erfuhren, haben wir mit dem diesem Schreiben an die Gesundheitsministerin Einspruch erhoben.

Lesen Sie auch die weitere Korrespondenz mit dem BMG

Zum Zeitpunkt unseres Protestes, war dieses von uns so bezeichnete "Jammerforum für gebeutelte Pflegekräfte" noch nicht eingerichtet. Inzwischen (Februar 2011), nachdem knapp drei Jahre Erfahrung mit diesem "Fehlermelde- und Berichtssystem", lassen sich nun die Kritikpunkte an konkreten Beispielen belegen:


Bericht vom 31.08.2010:

Keine Hilfe in der Nacht: Bewohner bleiben, auch wenn sie klingeln, nachts immer wieder sich selbst überlassen.

Erster Kommentar im KDA -Forum dazu: "Wer in einem Pflegeheim Nachtdienst macht, sollte wissen, dass die geschilderten Umstände der normale Zustand in fast jedem Altenpflegeheim in der Nacht sind. [...]"

Kommentar Adelheid von Stösser: Hier wird eine Regelsituation in der stationären Altenpflege berichtet, ein Beispiel struktureller Gewalt. Eine menschenunwürdige Pflegepraxis wird dokumentiert und nichts passiert.  Wo bleibt die Entrüstung ?  Wer kümmert sich darum, dass dieser Missstand abgestellt wird? Ich empfehle den KDA Administraten derartige Berichte, allen Kuratoriumsmitgliedern zu Kenntnis zu geben, verbunden mit der Frage, was sie gegen diese Praxis zu tun gedenken. Schließlich setzt sich dieses Kuratorium aus vielen namhaften Funktionsträgern der Pflege zusammen. Persönlichkeiten, wie Prof. Thomas Klie, deren Wort auch auf politischer Ebene Gewicht hat. Warum schweigen die Rechtsgelehrten und Menschenrechtsschützer zu solchen Anzeigen von Gewalt?  Weil sie anonym sind? Weil man nicht weiß ob die Angaben stimmen? Weil sich niemand wirklich zuständig fühlen muss, dagegen etwas zu unternehmen, da weder Ross noch Reiter genannt werden. Man nimmt derartiges zur Kenntnis als handele es sich um eine Nachricht aus einem fernen Land, die wir eh nicht beeinflussen können. Das Internet ist voll von Forenbeiträgen, in denen strukturbedingte Pflegemissstände  angeklagt und kommentiert werden.

Der Pflege-SHV fordert  seit Anbeginn für den Nachtdienst einen Personalschlüssel von wenigstens 1: 30 bzw. eine Nachtwache pro Wohnbereich, plus ein Springer.    Die gängige Nachtwachenbesetzung ist schon deshalb nicht hinnehmbar, weil sie dazu führt, dass Bewohner systematisch medikamentös ruhiggestellt werden. 
Hier ein Beispiel zu unsere Art auf Meldungen von Nachtwachen zu reagieren.


Spontane Rückmeldungen zweier Mitglieder:

Andreas Bik (Heimleiter aus Essen) Was will man denn mit anonymen Hinweisen? Will man sich daran ergötzen? Ein Kummerkasten, der das ganze Leid der Betroffenen aufnimmt, nutzt niemandem. Den angezeigten Missständen müsste nachgegangen und diese im berechtigten Fall abgestellt werden. Das machte Sinn. Aber wahrscheinlich will man sich ja auch gar nicht ernsthaft mit diesem Thema auseinander setzen. In einer der letzten Ausgaben der Fachzeitung CareKonkret konnte man ja lesen, dass Frau von der Leyen mit der Qualität der Pflege sehr zufrieden sei. Erwartet man also keine großartige Beschwerdewelle? Oder sollte das etwa wieder eine dieser Alibiveranstaltungen sein, die beweisen sollen, dass alles gar nicht so schlimm ist? ..... Missstände stellt man schließlich nur dadurch ab, indem man Ihnen nachgeht....

Claus Fussek, antwortete auf unseren Brief an Ulla Schmidt: Hallo Frau Stösser, Ihre Reaktion: 100 % meine Zustimmung! Ich habe zuerst an eine "Ente" gedacht. Gerade das KDA, das seit Jahren diese Diskussion ganz vorsichtig begleitetet, die Probleme ständig relativiert und beschwichtigt hat .... Wir müssen ja nur mal auf die Mitgliederriege des KDA schauen .... Sie sollten mit dieser Kritik an die Öffentlichkeit gehen.

Margot Lucke (Ärztin für Sozialmedizin)  ... ich stimme mit Ihnen überein, dass dieses Forum keine Verbesserung in der Qualität der pflegerischen Versorgung bringen kann. Geklagt wird über die seit langem und immer wieder vorgebrachten struktuellen Mängel in der Ablauforganisation der Pflege. Es ist kaum vorstellbar, dass die unterschiedlich qualifizierten Äußerungen zu den angesprochenen Problemen von der ratsuchenden - eher hilfesuchenden - Pflegekraft ausreichend sicher analysiert und zielführend umgesetzt werden können.
Einst zeigt das Forum aber überdeutlich:
Die seit langem und immer wieder mit Nachdruck geklagten strukturellen Mängel bestehen und scheinen sich nicht auf "Einzelfälle" zu beziehen.
Für fachlich ratsuchende Pflegekräfte gibt es bessere Foren, um sich kundig zu machen.

Im Forum von Werner Schell, der bis August 2008 Mitglied und 2.Vorsitzender des Pflege-SHV war, schlägt dieses Thema ebenfalls Wellen des Protestes.