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» Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit den Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben. «

W. v. Humboldt

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Martin Bollinger Martin Bollinger

geb. 1981, verheiratet, zwei Kinder


Hinweis auf  Reportage  19.Mai 2012:

Seit seiner Kindheit setzt sich Martin Bollinger mit Problemen und Fragen der Pflege auseinander. Während andere Jugendliche von ihren Müttern bekocht und umsorgt werden, musste er früh schon Aufgaben im Haushalt übernehmen  und sich um seine, an Multibler Sklerose erkrankte, Mutter und die jüngere Schwester kümmern.

Nach dem Abitur entschied sich Martin Bollinger für den Beruf der Altenpflege. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er dachte auf diesem Wege mehr zur Verbesserung der Pflege beitragen zu können.  Schon während seiner Ausbildung lotete er Möglichkeiten aus, die an den Bedürfnissen der Betroffenen vorbei zielenden Strukturen und Arbeitsweisen zu verändern. Herr Bollinger gehört zu der ganz selten Spezies von Pflegefachkräften, die sich nicht anpassen an ein fehlgeleitetes System, sondern durch eigenes Tun zeigen, wie man es besser machen kann. Sein ungewöhnliches Einfühlungsvermögen  in die Situation hilfebedürftiger, alter, verwirrter Menschen, aber auch in die schwierige Lage von  Angehörigen und Pflegekräften lassen ihn kreative Lösungen für Probleme finden, die man eben auch nur dann finden kann, wenn man sich einlässt auf den Menschen.  Wenn das eine nicht funktioniert, probiert er etwas anderes.

Als Wohnbereichsleiter überzeugte er seinen Chef ebenso wie seine Kollegen, von der Machbarkeit bis dahin nicht für möglich gehaltener Veränderungen. Beispielsweise wurden Bewohner  nicht mehr fixieriert und ruhiggestellt, sondern begleitet und beteiligt.

Neue Wege schwebten Herrn Bolliger  mit dem Projekt "Laternenträger" vor: Einem "Alltagshaus" mit einem besonderen Tagespflegeangebot für Menschen mit Demenz. Doch dieser, selbst vom Sozialministerium offiziell gelobte, innovative Ansatz scheiterte bislang am bürokratischem Kleingeist auf Landes- und Kommunalebene. www.laternentraeger.de

Mehrfach hatte Martin Bolliger bereits Gelegenheit, im Fernsehn  seine Vorstellungen  zur Verbesserung der Pflege darzulegen, zweimal war er Gast in der Sendung "Hart aber fair" und zuletzt  am 18.11.2010 in der Sendung Maybritt Illner: Angst vor dem Heim, wird gute Pflege unbezahlbar?

Unter dem Titel: "Der Junge und die Alten", hat der SWR  Reportage über Martins Engagement aufgezeichnet.

Seit 2008 ist Martin Bollinger aktives Mitglied im Pflege-SHV. Er gehört zum Gutachterteam unserer "Auszeichnung menschenwürdiger Pflege".

Weil er das Laternenträgerprojekt vorerst an den Nagel hängen musste, arbeitete er zwischenzeitlich als stellvertretender Pflegedienstleiter bei einem großen ambulanten Pflegedienst in Koblenz. Seit Anfang 2012 leitet er eine Einrichtung für Behinderte.