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» Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit den Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben. «

W. v. Humboldt

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Ratgeber für Angehörige
24-Stunden-Pflege zu Hause

 

Personalmangel

Zum Personalmangel empfehlen wir vorab diese  Aussage einer Altenpflegerin

Personalmangel in der Pflege

Juni 2015: Stuttgart
Zuwenig Arbeitsmigranten: Gute Pflege bald nur noch für Superreiche?
Interessanter Beitrag aus dem u.a. hervorgeht, dass die Heimbetreiber kein wirkliches Interesse daran habe, mehr Personal einzustellen. Es wäre interessant zu prüfen, inwieweit gezielt freie Stellen Monate lang absichtlich nicht besetzt werden, obschon es Bewerbungen gibt.  Denn Heime können schließlich mit nicht besetzten Stellen Gewinne machen, wie wir an verschiedenen Stellen vorgerechnet haben. Wenn z.B. die Pflegesätze, die ein Heim verhandelt hat, von 50 Vollzeitstellen in der Pflege ausgehen, von denen jedoch nur regelmäßig  45 Stellen besetzt sind, kann sich das Heim die Kosten für 5 Vollzeitstellen in der Pflege ohne Gegenleistung einstreichen.  Bei einem AG-Brutto von rund 4.000 Euro wären das 20.000 Euro im Monat und 240.000 Euro im Jahr.  

Juli 2010: Großer Aufschrei in allen Medien.  Studien sagen  der Pflege eklatanten Personalmangel voraus.  Demnach kommt Deutschland nicht umhin, sich heute bereits verstärkt um Unterstützung aus dem Ausland zu bemühen. Der Arbeitgeberverband-Pflege sieht in der Green Card für Fachkräfte aus Osteuropa eine Lösung. Auch die Meinung des Pflege-SHV wurde mehrfach in den letzten Wochen von Journalisten angefragt.

Die Vorsitzende des Pflege-SHV nimmt zu diesem Problem wie folgt Stellung:

Ressourcen in den eigenen Reihen aktivieren

Wozu brauchen wir noch eine Green Card, wenn heute bereits ausländische Pflegekräfte problemlos hier arbeiten können. Fachkräfte, die einpaar Sätze deutsch sprechen und ein behördlich beglaubigtes Diplom vorlegen können, stehen die meisten Türen offen. Ab Mai 2011 sieht die Entsenderichtlinie der Europäischen Union ohnehin eine uneingeschränkte Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer/innen aus den EU-Ländern vor. Spätestens dann können Pflegekräfte uneingeschränkt in Deutschland arbeiten, zu den Bedingungen des deutschen Arbeits- und Sozialrechts. Insofern erscheint die Diskussion um die Green Card in mehrfacher Hinsicht überflüssig.

Stattdessen müssten wir uns mit vereinten Kräften darum bemühen, unsere eigenen personellen Ressourcen zu nutzen. Man denke hier zum Beispiel an die vielen Fachkräfte, die frühzeitig das Handtuch werfen bzw. umsteigen auf eine Arbeit, die weniger frustrierend ist. Viele nehmen dabei sogar finanzielle Einbußen in Kauf. Doch es geht auch anders, wie wir wissen. Wenn motivierte Berufseinsteiger nach kurzer Zeit demotiviert die Pflege verlassen oder abstumpfen, hat das Ursachen, gegen die man etwas tun kann und tun muss. AusländerInnen können dieses Problem nicht lösen, sie mögen vielleicht belastbarer sein und weniger Ansprüche stellen.

Unsere Forderung lautet: Aktivierung der Ressourcen durch Steigerung der Berufszufriedenheit. Damit würde sich zugleich das schlechte Image der Pflege bessern.

Dies lässt sich nicht über Imagekampagnen erreichen, sondern über folgende konkrete/ spürbare Maßnahmen:

1. Gewährleistung eines ausreichenden Personalschlüssels, so dass Pflegende nicht wie am Fließband funktionieren müssen, sondern Zeit für die notwendige, individuelle Begleitung von Patienten/Bewohnern haben.

2. Aufwertung psycho-sozialer Betreuung und Beziehungspflege. Derzeit dominiert körperliches Versorgungsdenken das Verständnis der Kassen wie der Einrichtungen.

3. Abschaffung negativer Regelungen und Rahmenbedingungen: Alles abschaffen was Zeit kostet die weder dem Pflegebedürftigen noch den Pflegenden einen erkennbaren Nutzen bringt.

4. Einführung positive Anreizsysteme: Gute Arbeit muss sich lohnen, schlechte nicht!!! Aktuell werden im Gesundheits- und Pflegesystem, die belohnt die den Kranken kränker und den Pflegeabhängigen abhängiger machen. Auch darum fehlt es an Erfolgserlebnissen. Wer nicht regelmäßig Erfolgserlebnisse hat, weil er sich an der falschen Stelle verausgaben muss, wird mürbe, stumpft ab oder steigt aus.

 

Die beste Motivation ist die Unterlassung von Demotivation!

A.v.Stösser, im August 2010


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