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» Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit den Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben. «

W. v. Humboldt

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Ratgeber für Angehörige
24-Stunden-Pflege zu Hause

 

Personalmangel

Zum Personalmangel empfehlen wir vorab diese  Aussage einer Altenpflegerin

Personalmangel in der Pflege

Juni 2015: Stuttgart
Zuwenig Arbeitsmigranten: Gute Pflege bald nur noch für Superreiche?
Interessanter Beitrag aus dem u.a. hervorgeht, dass die Heimbetreiber kein wirkliches Interesse daran habe, mehr Personal einzustellen. Es wäre interessant zu prüfen, inwieweit gezielt freie Stellen Monate lang absichtlich nicht besetzt werden, obschon es Bewerbungen gibt.  Denn Heime können schließlich mit nicht besetzten Stellen Gewinne machen, wie wir an verschiedenen Stellen vorgerechnet haben. Wenn z.B. die Pflegesätze, die ein Heim verhandelt hat, von 50 Vollzeitstellen in der Pflege ausgehen, von denen jedoch nur regelmäßig  45 Stellen besetzt sind, kann sich das Heim die Kosten für 5 Vollzeitstellen in der Pflege ohne Gegenleistung einstreichen.  Bei einem AG-Brutto von rund 4.000 Euro wären das 20.000 Euro im Monat und 240.000 Euro im Jahr.  

Petitionen und Protestaktionen in der Pflege

Viele Mitglieder des Pflege-SHV haben Unterschriften für die Petition von Frau Kleischmantat gesammelt. Dabei kam die beachtliche Zahl von 107.000 Unterschriften/Mitzeichner zusammen. Am 11.März 2013 fand eine öffentliche Anhörung in Berlin statt.  Nach fast zwei Jahren, am 29. Januar 2015, wurde dazu ein  Beschluss gefasst, den alle die sich hier eingebracht haben, im Grunde nur als Verhöhnung empfinden können. Der Petitionsausschuss empfielt der Bundesregierung im Wesentlichen, alles so zu lassen wie es ist, denn es ist alles vorbildlich geregelt.   Weiteres zu dieser Petition finden sie hier: www.rosenblaetter-im-irrgarten.de 

Unser Eindruck:  Petitionen, Protestaktionen und Flashmobs - wie sie zur Zeit  vielerorts stattfinden, laufen Gefahr in oberflächlichen Events zu versanden, die keiner mehr ernst nimmt.  Wünschenswert wäre hingegen,  wenn Aktionen wie   Pflege am Boden  eine nachhaltige Aufbruchsstimmung  erzeugen könnten, die dazu führt, dass Pflegekräfte selbstbewusster im Alltag auftreten und couragierter für die Rechte pflegebedürftigen Menschen eintreten.  Denn das ist der eigentliche Zweck der Pflegeberufe.  Stattdessen mussten wir im Falle des Nachtdienstes erleben, wie 5 von 7 Pflegekräften von dem gemeinsamen Veto gegen die Reduzierung  der Nachtwachen zurücktraten, nachdem der Pflegedienstleiter Konsequenzen angedroht hatte.    Wären alle hier standhaft geblieben, hätte die  Heimleitung keine Chance gehabt diese Reduzierung durchzusetzen.


Nachrichten zur Pflegepolitik

4. Pflegequalitätsbericht  des MDS

Glaubt man diesem, am 12.Jan.2015 veröffentlichten Bericht des MDS, hat sich die Pflege verbessert. Dass diese Meldung in den Medien selbst von der Politik kritisch kommentiert wird, ist das eigentlich Positive daran. Schließlich weiß inzwischen jeder, dass die sog. Transparenzberichte, keine Aussage zur tatsächlichen Qualität machen. Klare Worte der Kritik fand unser Pflegebeauftragte Laumann. Unsere Kritik, die wir schon vor der Einführung des Pflege-TÜV veröffentlicht hatten, wurde längst von der Praxis bestätigt.   Lesen sie hier auch diesen Beitrag vom 15.jan.2015 in der Süddeutschen

Pflege steht im Mittelpunkt

2014 hat pflegepolitisch mit neuem Personal begonnen. Wie seine Vorgänger so verspricht auch der neue Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe, die Pflege in den Mittelpunkt zu stellen.  Ihm zur Seite steht Karl Josef Laumann, als Bevollmächtigter für Pflege.  Während Herr Gröhe Neuland betritt, kennt Herrn Laumann die Strukturen  im Gesundheits- und Pflegewesen immerhin. Wie ernst die neue Regierung die Situation in der Pflege nimmt, bleibt abzuwarten.

Juli 2010: Großer Aufschrei in allen Medien.  Studien sagen  der Pflege eklatanten Personalmangel voraus.  Demnach kommt Deutschland nicht umhin, sich heute bereits verstärkt um Unterstützung aus dem Ausland zu bemühen. Der Arbeitgeberverband-Pflege sieht in der Green Card für Fachkräfte aus Osteuropa eine Lösung. Auch die Meinung des Pflege-SHV wurde mehrfach in den letzten Wochen von Journalisten angefragt.

Die Vorsitzende des Pflege-SHV nimmt zu diesem Problem wie folgt Stellung:

Ressourcen in den eigenen Reihen aktivieren

Wozu brauchen wir noch eine Green Card, wenn heute bereits ausländische Pflegekräfte problemlos hier arbeiten können. Fachkräfte, die einpaar Sätze deutsch sprechen und ein behördlich beglaubigtes Diplom vorlegen können, stehen die meisten Türen offen. Ab Mai 2011 sieht die Entsenderichtlinie der Europäischen Union ohnehin eine uneingeschränkte Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer/innen aus den EU-Ländern vor. Spätestens dann können Pflegekräfte uneingeschränkt in Deutschland arbeiten, zu den Bedingungen des deutschen Arbeits- und Sozialrechts. Insofern erscheint die Diskussion um die Green Card in mehrfacher Hinsicht überflüssig.

Stattdessen müssten wir uns mit vereinten Kräften darum bemühen, unsere eigenen personellen Ressourcen zu nutzen. Man denke hier zum Beispiel an die vielen Fachkräfte, die frühzeitig das Handtuch werfen bzw. umsteigen auf eine Arbeit, die weniger frustrierend ist. Viele nehmen dabei sogar finanzielle Einbußen in Kauf. Doch es geht auch anders, wie wir wissen. Wenn motivierte Berufseinsteiger nach kurzer Zeit demotiviert die Pflege verlassen oder abstumpfen, hat das Ursachen, gegen die man etwas tun kann und tun muss. AusländerInnen können dieses Problem nicht lösen, sie mögen vielleicht belastbarer sein und weniger Ansprüche stellen.

Unsere Forderung lautet: Aktivierung der Ressourcen durch Steigerung der Berufszufriedenheit. Damit würde sich zugleich das schlechte Image der Pflege bessern.

Dies lässt sich nicht über Imagekampagnen erreichen, sondern über folgende konkrete/ spürbare Maßnahmen:

1. Gewährleistung eines ausreichenden Personalschlüssels, so dass Pflegende nicht wie am Fließband funktionieren müssen, sondern Zeit für die notwendige, individuelle Begleitung von Patienten/Bewohnern haben.

2. Aufwertung psycho-sozialer Betreuung und Beziehungspflege. Derzeit dominiert körperliches Versorgungsdenken das Verständnis der Kassen wie der Einrichtungen.

3. Abschaffung negativer Regelungen und Rahmenbedingungen: Alles abschaffen was Zeit kostet die weder dem Pflegebedürftigen noch den Pflegenden einen erkennbaren Nutzen bringt.

4. Einführung positive Anreizsysteme: Gute Arbeit muss sich lohnen, schlechte nicht!!! Aktuell werden im Gesundheits- und Pflegesystem, die belohnt die den Kranken kränker und den Pflegeabhängigen abhängiger machen. Auch darum fehlt es an Erfolgserlebnissen. Wer nicht regelmäßig Erfolgserlebnisse hat, weil er sich an der falschen Stelle verausgaben muss, wird mürbe, stumpft ab oder steigt aus.

 

Die beste Motivation ist die Unterlassung von Demotivation!

A.v.Stösser, im August 2010


Weitere Stellungnahmen zum Thema: