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Personalabbau in Krankenhäusern und Kliniken trotz steigender Anforderungen  

Eine Studie des DIP (Pflege-thermometer 2007) bestätigt die widersinnige Situation in den Krankenhäusern, wobei auf der einen Seite die Patientenzahlen und Pflegeintensität stark zu genommen hat, auf der anderen Seite jedoch seit 1995 rund 50000 Pflegepersonalstellen abgebaut wurden. 

Nähres zu den Hintergründen und Auswirkungen  sowie ein Kommentar zur Aktion "Pflege bewegt Deutschland"  finden Sie hier 


Arbeitszufriedenheit bei Pflegekräften sinkt 
Bessere Mitsprachemöglichkeiten dringend erforderlich 

Aufgabenvielfalt und Weiterbildungsbedarf im Krankenhaus haben ebenso zugenommen wie Arbeitstempo, Leistungsdruck und Sorgen um den Arbeitsplatz. Besonders auffällig: Die Möglichkeiten, Arbeitsabläufe bei der Pflege mitzugestalten sind deutlich schlechter geworden als noch vor sechs Jahren. Insgesamt ist die Arbeitszufriedenheit zurückgegangen. Hinzu kommt, dass Pflegekräfte noch immer überdurchschnittlich stark von Krankheiten und Gesundheitsstörungen betroffen sind.  

Mit ihren Arbeitsbedingungen sind Pflegekräfte 2004 teilweise deutlich weniger zufrieden als noch bei der ersten Befragung 1999. Rund ein Fünftel aller Befragten hat in den vorangegangenen zwölf Monaten oft bis sehr oft daran gedacht, den Beruf aufzugeben. 13 Prozent haben überlegt, ob sie in ein anderes Krankenhaus wechseln. Unzufriedenheit besteht zwar in allen Altersgruppen, jedoch äußerten sich die älteren Beschäftigten besonders unzufrieden. Ebenfalls als Belastung empfinden die Befragten den wahrgenommenen Rückgang der gesellschaftlichen Wertschätzung des Pflegeberufs. Allerdings hat die Unzufriedenheit bislang nicht zu einer höheren Wechselbereitschaft geführt. Ein Grund hierfür kann die Einschätzung des Arbeitsmarktes sein. Vor allem bei Beschäftigten im allgemeinen Pflegedienst und in kleineren Häusern hat die Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes deutlich zugenommen."

Zu diesem Ergebnis kam der von der DAK und BGW vorgelegte und vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung erhobene   Krankenpflegereport 2005.  Bundesweit wurden 1.300 Krankenschwestern und Pfleger befragt.

Kommentar: Dieses Ergebnis deckt sich mit der eigenen Wahrnehmung. Angesichts der Entwicklung in den Krankenhäusern und Kliniken, die enorm unter Druck stehen und aus Wirtschaftlichkeitsgründen bestrebt sein müssen, möglichst viele "Fälle" in möglichst kurzer Zeit durch zu schleusen, muss dies nicht wundern. Alleine der  Organisations- und Dokumentationsaufwand der mit der Aufnahme- Entlassung oder Verlegung von Patienten verbunden ist, bindet zeitliche Kapazitäten, so dass die eigentliche Pflegearbeit häufig zu kurz kommt. In einem uns zugeleiteten Falle, erklärte die Stationsleiterin eines Krankenhauses, dass sie es nicht mehr schaffen würden, die normale Grundpflege zu erbringen und Angehörige  bitten  müssten, regelmäßig zu kommen und den Patienten zu waschen oder beim Essen zu helfen.  Wenn nicht grundlegende Reformen auch in diesem Bereich stattfinden, werden wir demnächst wohl ähnliche Verhältnisse haben, wie in den Länder, in denen Angehörige für die Versorgung mit Nahrung und die nicht medizinische Betreuung der Patienten zuständig sind, wo also nur die Menschen stationär behandelt werden, die von einem Angehörigen während dieser Zeit versorgt werden können.  

"Operation gelungen, Patient tot" oder kränker als zuvor, ist eine weitere  Nebenerscheinungen des aktuellen Systems, die steigende  Tendenz zeigt.  "Mein Vater kam in körperlich und geistig guter Verfassung wegen eines harmlosen Eingriffs, Leistenbruch-Op ins Krankenhaus, und als ein an Leib und Seele gebrochener Mann (Pflegestufe II) befindet er sich nun bereits im zweiten Pflegeheim.", erklärte ein Mitglied unseres Vereins.  In der  Krankenbeobachtung verlässt sich die Medizin mehr und mehr auf Messdaten, Laborwerte etc., während die Pflegenden in der Eile leicht  übersehen, wenn sich eine Komplikation anbahnt.  Lange schon wird die Technik über das Menschliche  gestellt, obschon allgemein bekannt ist, dass  Heilungserfolge zumeist in einem engen Zusammenhang mit der Arzt-Patientbeziehung und der Stärkung der geistigen Selbstheilungskräfte steht.   Die von der Politik verordneten symptombezogenen  Sparmaßnahmen fördern den vielbesagten Drehtüreffekt, mit allen Folgekosten.   

"Wer an der falschen Stelle spart, zahlt am Ende drauf"

 

 

 

 

 
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