Pflege-Selbsthilfeverband e.V.

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Studie bestätigt mangelhafte ärztliche Betreuung in deutschen Pflegeheimen.    

 

 

Warum Ärzte kein Interesse an der Betreuung von Heimbewohnern haben 

 

AZ  Meldung vom 19.04.2006  

 

Ärzte im Streik, Patienten in Not 

Der WDR (ARD) befasst sich am 29.3.2006, 20.15 – 21.45 Uhr, in seiner Sendereihe „hart aber fair“ mit dem Thema:

Angesichts der Probleme in unseren verschiedenen Sozialleistungssystemen stehen wir den   Streiks der Klinikärzte für mindestens 30% mehr Gehalt sehr kritisch gegenüber.

Es muss befürchtet werden, dass jeder Prozentpunkt mehr für die Ärzteschaft zu Lasten der Pflege geht. Sollte sich diese Forderung durchsetzen, werden  weitere  Pflegepersonalkürzungen  fast zwangsläufige die Folge sein, will man eine Kostenexplosion verhindert. Mithin wird die pflegerische Versorgung noch notdürftiger werden, als sie ohnehin schon ist, einschließlich aller Folgekosten: Drehtüreffekt, Komplikationen nach medizinischen Eingriffen usw.  Aber für eine ganzheitliche Betrachtung der Zusammenhänge interessieren sich Ärzte genau so wenig wie für den ganzen Menschen. Würde man nämlich in größeren Zusammenhängen denken und planen, das gilt auch für die Gewerkschaften und die Politik, könnte man vielen Patienten unnötiges Leid ersparen, den Ärzte und Pflegenden  viel Arbeit und die Gesundheitskosten in einem erträglich Rahmen halten, siehe Beispiel  Herr M.    Zumindest sollte man darauf drängen, dass nur solche Ärzte mehr verdienen, die tatsächlich auch zum Wohle der Kranken beitragen. Oft genug tragen Patienten schwere und langwierige Schäden davon durch die Medikamente die der Arzt leichtfertig verschrieben oder den Eingriff den er empfohlen oder vorgenommen hat.  

Siehe auch die aktuelle Pressemitteilung des DBfK e.V.: http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?t=4193  

 

Behandlungsfehler – Patienten am schwächeren Hebel

 

Die Häufigkeit von Vorwürfen über vermutete medizinische Behandlungsfehler liegt bundesweit bei etwa 40.000 pro Jahr. Als Fehler anerkannt werden etwa 30% = rd. 12.000 pro Jahr (Quelle: Broschüre „Medizinische Behandlungsfehler“, Robert Koch Institut). Allein anhand dieser nüchternen Zahlen wird deutlich, dass die Möglichkeiten der Patienten, einen Behandlungsfehler aufklären zu lassen oder gar einen Schadensersatzanspruch durchzusetzen, nicht optimal sind. Es liegt daher nahe, dass die Bürger den Umgang mit medizinischen Fehlern kritisieren. Dies brachte u.a. eine Untersuchung der Universität Witten/Herdecke aus dem Jahre 2003 hervor. 75% der Deutschen kritisieren, dass keine ausreichenden Anstrengungen unternommen würden, medizinische Fehler konsequent zu vermeiden. Befragte, die bereits selber einmal einen medizinischen Fehler am eigenen Leib erfahren haben, berichten überwiegend, sie fühlten sich in dieser Situation weder gut informiert noch richtig ernst genommen. Stattdessen machen viele Bundesbürger die Erfahrung, dass erhebliche Anstrengungen unternommen würden, Fehler zu verschleiern und Verantwortung abzustreiten. Die Bürger erwarten folgerichtig, dass Fehler und mögliche Folgen ehrlich offen gelegt werden und mit dem betroffenen Patienten zugewandt umgegangen wird.

Ärzte und medizinisches Personal sollten Patienten ernst nehmen und für einen respektvollen Ausgleich bei Fehlern sorgen. Gleichzeitig muss innerhalb des deutschen Gesundheitssystems endlich dafür gesorgt werden, dass Mitarbeiter vor Überlastung geschützt und bei der Vermeidung von Fehlern unterstützt werden!

 

Fundstelle Forum Werner Schell

http://www.kmvw.net/forum/viewtopic.php?t=3729  


Ärztestreik: Das eigene Wohlergehen mehr  im Auge, als das der Patienten.

 

Kommentar von Werner Schell und Adelheid v.Stösser 

 

Dass Ärzte auf ihre beruflichen  Rahmenbedingungen aufmerksam machen und Verbesserungen einfordern, ist ihr gutes Recht. Dabei dürfen sie aber nicht aus den Augen verlieren, dass viele Bürgerinnen und Bürger seit Jahren den „Gürtel enger schnallen“ müssen, während der Ärztestand  - trotz allem  - vergleichsweise gut verdient und weniger existentielle Sorgen haben muss, wie Angehörige anderer Berufe, Rentner oder gar Arbeitslose.   

 

Wir haben seit vielen Jahren eine stetig anwachsende Zahl von Ärzten (seit 1992 + 22 %). Diese Ärzte drängen als Fachärzte überwiegend in die Städte, die Landarztpraxen finden hingegen kaum noch Nachfolger. Das ist aber ein Problem der Ärzteschaft selbst. Denn dieser obliegt die Gestaltung der Zulassung. Der Ärztestreik vermittelt hingegen den Eindruck, als seien in erster Linie die Politik und die Kassen verantwortlich, für die Versäumnisse innerhalb der Berufsstandspolitik der eigenen Zunft.    

Es ist nachweisbar, dass die Arzteinkommen in den zurückliegenden Jahren  etwa in Höhe der Inflationsrate gestiegen sind. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, dass das Honorar der Krankenkassen für alle Ärzte (zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung) ebenfalls leicht gestiegen ist. Dass aber davon beim einzelnen Arzt - relativ gesehen -  weniger ankommt, beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, dass die Arztzahlen gestiegen sind. „Die Stücke vom Kuchen sind ein wenig kleiner geworden“. Die interne Verteilung der Mittel aus dem Honorartopf obliegt der Ärzteschaft und nicht den Kassen oder Politikern.  

Abgesehen davon, dass die führenden Köpfe in der Ärztezunft gut beraten wären, die eigene Politik kritisch zu bewerten, bezeugt dieser Streik, was den Ärzten am wichtigsten ist, nämlich ihr eigenes Wohlergehen.  Über die  alltäglichen Versorgungsmängel oder die überall unzureichende Zeit für eingehende  Beratung und psychosoziale Problemintervention oder die sich zuspitzende Lage in der Pflege, wird bei alledem kein Wort verloren.   Der Pflegenotstand ist bei den Ärzten kein Thema, sie haben mit ihren eigenen Sorgen genug zu tun und sind scheinbar abgehärtet gegenüber der Not  ihrer Patienten - vor allem wenn diese alt und chronisch krank sind.   Wir vermissen ein Engagement der Ärzteschaft in Sachen Pflegenotstand. Die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte sind so ungünstig und stressig, dass diese nach durchschnittlich 5 Jahren aus dem Beruf ausscheiden. Dagegen halten es die Ärzte weitaus länger in ihrem Beruf aus, nicht zuletzt auch, weil sie durchschnittlich  wesentlich mehr verdienen als Pflegekräfte. Die oft krankmachenden Verhältnisse  in den Pflegeheimen oder der ambulanten Pflege, ist nicht ihr Problem.  Auch nicht die  deprimierende Lage, in der Hunderttausende von alterkranken Patienten hineintherapiert und gepflegt werden. Das kümmert unsere Mediziner herzlich wenig. Dabei sind es doch gerade die chronisch kranken, dauerhaft von Medizin abhängigen, alten Menschen, die ein Großteil des ärztlichen Einkommens sichern.    

 

Doch wollen wir Fair bleiben und nicht all jenen  Ärzten  Unrecht tun, die sich dem Wohl der 

Kranken mindestens ebenso verpflichtet fühlen, wie dem eigenen.  

 

 

BMG - Zahlen zur Einkommens- und Bedarfsentwicklung der Ärzteschaft in der BRD 

 

 

 

 
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