Seminare / Supervision / Fortbildungsangebote
Der Schulungs- bzw. Reflektionsbedarf in der Pflege
ist groß aber auch sehr einseitig. Priorität haben dabei die Expertenstandards - die der Praxis oft nur mühsam
zugängig gemacht werden können. Ein Großteil der Zeit und Mittel die für Fortbildungen einkalkuliert werden, wird
derzeit für die Implementierung dieser Standards aufgewandt, also für die Themen: Dekubitus, Schmerzmanagement
(bei tumorbedingten Schmerzen), Entlassungsmanagement, Sturzprophylaxe und demnächst Inkontinenz. Seit eh
und je dominieren körperbezogene Sachthemen, Pflegeplanung und Dokumentation Angebot und Nachfrage. Stark
vernachlässigt wird hingegen der gesamte psychosoziale Bereich. Pflegemitarbeiter müssen sehen, wie sie mit den
tagtäglichen Belastungen im Pflegealltag alleine zurecht kommen. So muss man sich dann auch nicht wundern, dass die
Gewalt und Aggressionen zunehmen, Pflegekräfte frühzeitig kapitulieren, häufig krank sind und die Unzufriedenheit und
der Unmut auf allen Seiten wächst.
Wir haben darum bewusst nur die Themen gewählt, die aus
unserer Sicht Priorität haben müssten. Im Folgenden finden Sie ein kleine Auswahl möglicher Seminar- oder
Fortbildungsthemen, die von kompetenten Mitgliedern des Pflege-shv angeboten werden können. Siehe
auch Referatangebote
S 1: Bearbeitung von Teamproblemen und Konfliktsituationen mit Hilfe von Supervision
oder Coaching
Viele Einrichtungen sind heute bemüht ein
Beschwerdemanagement einzuführen, doch was tut man mit den Beschwerden? Wie geht man mit den Konflikten um, die auf
diese Weise zu Tage gefördert werden? Das Mittel der Wahl sowohl zur Verbesserung der Zufriedenheit als auch zur
Vermeidung und Lösung von Problemsituationen wäre eine regelmäßige Supervision. Wesentlich dabei
ist jedoch, dass man einen Supervisor findet, der tatsächlich auch in der Lage ist schwierige Situationen zu
klären.
Einige Mitglieder des Pflege-SHV, sind darauf spezialisiert und können gute Erfahrungen und
Referenzen vorweisen.
Siehe hier Beitrag in Zeitschrift Mabuse von Dr. med Meinhard Korte,
siehe Beratungs- und Coaching
Angebot von Uwe
Quast
S 2: Aggressionen und Gewalt im Pflegealltag
Gewalthandlungen in der Pflege sind immer ein Alarmsignal, ganz gleich ob diese vom Pflegebedürftigen
oder von der Pflegeperson ausgehen. Wenn z.B. die pflegebedürftige Mutter oder der Ehemann oder ein Heimbewohner,
plötzlich aggressiv wird, steht die Pflegende oft hilflos da. Nicht selten lässt sie sich von der Aggression
anstecken, so dass der Umgang miteinander zu einem fürchterlichen Dauerstress für alle Beteiligten wird.
In
diesem Seminar sollen typische aggressionsfördernde Verhaltensmuster aufgezeigt und Vermeidungsstrategien erlernt
werden.
Zielgruppe: Pflegekräfte in Krankenhäusern, Heimen, psychiatrischen Einrichtungen sowie in der
häuslichen Pflege
Dieses Thema kann als Tagesseminar angeboten werden oder als Gewaltpräventionsprogramm,
das über einen längeren Zeitraum läuft, so dass bewährte Strategien und Verhaltensweisen eingeübt werden können
– bis hin zu Selbstverteidigungstechniken.
Sehen Sie dazu die Angebote von Stefan Pigulla unter
www.wsb-pigulla.de
, Brigitte Merkwitz unter www.brigitte-merkwitz.de
S 3
Pflege und Begleitung traumatisierter Frauen und Männer
Wahrnehmen und Bewusstmachen von Traumatisierungen als Voraussetzungen individueller Pflege und Begleitung
.
Die Lebensgeschichten der heute alten Frauen und Männer sind häufig geprägt durch vielfältige
und geschlechtsspezifische Gewalterfahrungen – vornehmlich durch Erlebnisse im und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Dabei spielt sexualisierte Gewalt im Leben der Frauen eine besondere Bedeutung. Durch Situationen wie chronische
Erkrankungen, beginnende Pflegebedürftigkeit oder Einzug in ein Heim kommt es häufig zu Trauma-Aktivierungen und
Re-Traumatisierungen. Sensibilisierung und Bewusstmachen sind, neben Informationen, wichtige Voraussetzungen, um die
alten Menschen individuell entsprechend ihrer Lebensgeschichte pflegen und begleiten zu können. - Näheres
siehe hier
Zeit: Je nach gewünschter Intensität siehe Seminarreihe Respekt Weiterbildungsangebot von Martina Böhmer und Brigitte
Merkwitz.
S 4 Angemessener Umgang mit "schwierigen" Patienten/Bewohnern
Wenn ein
Bewohner/Patient sich plötzlich schwierig verhält, Angstzustände, Aggressionen oder Wahnvorstellungen entwickelt und
verwirrt ist, geschieht dies nicht ohne Grund. Manchmal reicht es, die aktuelle Situation zu reflektieren um die Ursache
zu finden. In anderen Fällen kann man häufig über Biographiearbeit eine Erklärung für diesen Zustand finden, sowie
den Lösungsansatz. Im Pflegealltag macht sich kaum jemand diese Mühe. Stattessen setzt man hier auf medikamentöse
Symptombekämpfung und nimmt dabei in Kauf, dass die/der betroffene Mensch jede Selbstständigkeit verliert. Dabei
könnten Pflegekräfte in vielen Fällen, durch relativ einfache Maßnahmen dieser Frau/diesem Mann helfen, sein
früheres Gleichgewicht wieder zu finden.
Das Seminar behandelt eine in Aus- und Fortbildung bislang
vernachlässigte Problematik, die jedoch sehr häufig vorkommt und zumeist für alle Beteiligten mit großem Stress und
Ärger verbunden ist. Im Vordergrund stehen die Fragen: Wie erkenne ich wo das Problem liegt? Welche natürlichen Mittel
und Möglichkeiten der Problemintervention habe ich, als Pflegekraft? Wann sollte ich einen Arzt hinzuziehen?
Zielgruppe:
Pflegekräfte und andere Mitarbeiter von Einrichtungen
Siehe z.B. Fallsupervisionsangebot von Dr. med. Meinhard Korte
Dipl. Psychologe und Krankenpfleger Roberto
Rotondo
S 5 Burnoutprophylaxe für Pflegeberufe
In der Pflegeausbildung lernt man einiges über Dekubitusprophylaxe, Thromboseprophylaxe und andere
Prophylaxen, doch man lernt nicht, wie man sich selbst davor schützt auszubrennen. Das Risiko sich regelmäßig zu
verausgaben ist groß, Krankheiten oder Ausstieg sind vorprogrammiert. Doch man kann sich schützen, z.B. in dem man
lernt Grenzen zu ziehen und Positionen zu klären.
Wer es allen recht zu machen versucht, macht es keinem recht
und sich selbst am allerwenigsten.
In diesem Seminar werden typische Burnout-Risiken aufgezeigt und
Vermeidungsstrategien entwickelt
Zielgruppe: Pflegekräfte
Zeit: Tagesseminar
Dokumentation einer Veranstaltung
S 6 Beschwerdemanagement - Konfliktmanagement
In den meisten Einrichtungen findet man im
Pfortenbereich einen Briefkasten in den Patienten/Bewohner oder Angehörige einen Beschwerdezettel einwerfen können,
der dann zumeist auf dem Schreibtisch der Heim- oder Pflegedienstleitung landet. Diese entscheidet ob sie die
Beschwerde ignoriert oder was sie unternimmt. Von Beschwerdemanagement, wie es allgemein als Element der Qualitätssicherung empfohlen wird, kann man
dabei jedoch nicht sprechen.
An anschaulichen Beispielen aus der Praxis soll gezeigt werden, worauf
es bei einem erfolgreichen Beschwerdemanagement ankommt, welche Voraussetzungen erforderlich sind, welche
Strategien sich bewährt haben und wie Sie sich unnötigen Ärger und Aufwand sparen können.
Zielgruppe:
Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten
siehe z.B. Angebot von Uwe
Quast
S 7 Kinästhetik - Kräfte schonen im Pflegealltag
Pflegende sind nicht nur seelisch gefordert,
sondern müssen auch körperlich oft Schwerstarbeit leisten. Wer dies über längere Zeit ohne Rückenprobleme
durchstehen will, sollte sich das kinästhetische Bewegungsmodell zu eigen machen.
Eine erfahrene Pflegefachkraft
übt mit Ihnen bestimmte, im Pflegealltag häufig vorkommende Bewegungsabläufe. Schulungen dieser Art sollten zum
Pflichtangebot für alle Pflegemitarbeiter werden. Denn vielfach werden Bewohner nicht aus dem Bett geholt oder
mobilisiert, weil kein "starker" Pfleger im Dienst ist, sondern nur eine schon Rückengeschädigte und
eine körperlich wenig trainierte weibliche Pflegerin.
Zielgruppe: Pflegekräfte - pflegende
Angehörige (maxim. 10 Personen) sehr gefragt sind die Kinästhetik-Kurse von Martina Böhmer
S 8 Bedarfsgerechte Ernährung pflegebedürftiger alter Menschen
"Meine
Mutter wog 51 Kilo als sie vor 3 Monaten ins Heim kam, jetzt wiegt sie 42 Kilo. Ich habe den Eindruck, dass sie zu wenig
zu essen bekommt. Sie selbst kann sich dazu nicht äußern und das Personal erklärt, sie würde immer schon nach drei
Löffelchen abwinken. Ist das Normal? Was kann ich tun?", so eine kürzlich hier eingegangene Anfrage.
Gewichtsabnahme und andere Mangelernährungszeichen sorgen immer wieder für Negativschlagzeilen. Auch der MDK sowie
eine Studie zur Ernährungssituation, stellten den Ernährungsangeboten und der Hilfeleistung bei der Ernährung ein
schlechtes Zeugnis aus.
Dieses Seminar will den gesamten Problembereich Ernährung beleuchten, angefangen
von der Organisation die erforderlich wäre, um jedem Hilfebedürftigen tatsächlich die Zeit zur Verfügung
stellen zu können, die er für die Einnahme der Mahlzeiten benötigt, bis hin zum Nahrungsangebot und dem Umgang mit
Bewohnern die nicht Essen wollen oder via Sonde ernährt werden müssen.
Zielgruppe: Leitende MitarbeiterInnen in
Pflegeeinrichtungen - da diese zunächst einmal die organisatorischen Voraussetzungen schaffen müssen. Kreative
und kostengünstige Möglichkeiten der personellen Aufstockung sollen entwickelt werden, nicht zuletzt die der
gezielten Integration von Angehörigen und ehrenamtlichen HelferInnen, die zu festen Zeiten regelmäßig kommen und
dafür eine gewisse Honorierung erhalten.
Zeit: Impulsseminar 1 Tag - bei Bedarf weitere
Tagesseminare zur Vertiefung und Weiterentwicklung unter Einbezug aller MitarbeiterInnen des Pflegedienstes
S 9 Hunger und Durst - Verhungern lassen oder Zwangsernährung ?
Im
Zeitalter der Wissenschaft orientieren sich Ärzte und Pflegekräfte selten am Hunger und Durstgefühl eines
Kranken, sondern daran, wie viel Kalorien und Milliliter ein Mensch laut Ernährungstabelle zuführen
müsste. Wenn er die Nahrung nicht mehr selbst zu sich nehmen kann und niemand Zeit hat, ihm die nötige
Hilfestellung zu geben, wird häufig eine Sonde gelegt, über die dann mit viel weniger Aufwand eine genau
bemessene Menge Fertignahrung eingegeben werden kann. Speziell pflegebedürftige alte Menschen geraten vor diesem
Hintergrund häufig gegen Ende ihres Lebens in einen wahren Teufelskreis, der das Sterben oft zu einer völlig
unnötigen langwierigen Quälerei werden lässt.
Dieses Seminar will zum Nachdenken und Umdenken
anregen über ein elementares Grundbedürfnis, über die Bedeutung von Schmecken und Genießen, über den Hunger
und Durst "nach Leben" und warum dieses Bedürfnis naturgemäß am Ende des Lebens nachlässt und
wie man damit umgehen sollte.
S 10 Integration von Angehörigen
Angehörige von Heimbewohnern klagen häufig, dass sie nicht einbezogen
werden in Entscheidungsprozesse, dass ihre Erfahrung ihr Wissen nicht gefragt sind, es ungern gesehen wird wenn sie sich
einbringen, Pflegenden bei der kleinsten Kritik sofort eine Verteidigungsposition einnehmen und dergleichen mehr. Das
Verhältnis von Pflegemitarbeitern zu Angehörigen, vor allem wenn diese engagiert sind und sich nicht nur auf
kurze Höflichkeitsbesuche beschränken, ist oft gestört.
An konkreten Fällen aus der Praxis
sollen zunächst die Ursachen und Auswirkungen für häufige Störungen in der Beziehung zu Angehörigen
herausgearbeitet werden. Im Weiteren werden die zahlreichen Vorteile aufgezeigt, die in einer guten Zusammenarbeit
liegen und wie diese organisiert und gestaltetet werden kann, bis hin zu heimvertraglichen Vereinbarungen, in denen
berücksichtigt ist, dass der Angehörige regelmäßig bestimmte Aufgaben in Pflege und Betreuung übernimmt und wie die
Gegenleistung aussieht.
Außerdem Seminare für Seniorinnen und Senioren, die bis ins hohe Alter geistig
und körperlich vital bleiben wollen.
Wie z.B. die Angebote von Dr. Karl-Heinz Müller, unter www.60plus-Seminare.de die Seniorenarbeit von Joachim Koch www.joko1.de
Pflege-shv verfügt bundesweit über kompetente und engagierte
Mitglieder, siehe Personen, die je nach Thematik und Region die beschriebenen Veranstaltungen vor Ort organisieren oder
gestalten oder als Referenten/innen mitwirken. Die Angebote sind so gehalten, dass sie von interessierten Kommunen,
Organisationen, Einrichtungen oder Gruppen gebucht werden können. Da die Kosten je nach Thema, zeitlichen
Vereinbarungen, Rahmenbedingungen und Anzahl der Referenten variieren, wird der Preis individuell mit dem Veranstalter
vereinbart. siehe auch
Referate |