Pflege-Selbsthilfeverband e.V.

 Initiative für menschenwürdige Pflege

Pflege-SHV


 

 

 

Aktuell

was uns bewegt

was wir wollen

was wir tun 

wer wir sind 

Angebote

Bücher  

Erfahrungsberichte       

Themen

Termine

TV-Presse

Mitglieder

Links

Verband

Kontakt

Impressum

 

  Forum  

 

 

 

Was uns bewegt

 

 

Erfahrungsberichte Praxis  

Jeder der den Alltag in Krankenhäusern und Heimen kennt, weiß, dass hier an der falschen Stelle gespart wird, nämlich am Personal, an Zuwendung, am Essen und dergleichen. Stattdessen wird  in Medizintechnik, Medikamente und unsinnige Qualitätssicherungsverfahren investiert; werden Case Manager gefordert, die "den Fall"  möglichst reibungslos durch die verschiedenen Instanzen schleusen, damit die Verweildauer kurz und die Auslastungsrate hoch bleibt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 Pressemeldungen  

 

"Ans Bett gefesselt, ruhig gestellt, unterernährt: In vielen deutschen Pflegeheimen herrscht ein skandalöser Versorgungsnotstand. Auch in Krankenhäusern gibt es fundamentale Defizite", meldet die Ärztezeitung am 4.5.2005. Dabei bezieht sie sich auf die Ergebnisse einer Tage zuvor veröffentlichten Studie, wonach 75 % der  Patienten während eines Klinikaufenthaltes durchschnittlich  5,4 % ihres Gewichtes verlieren. Vor allem bei alten Menschen, die Hilfe beim Essen benötigen, wurde regelmäßig Mangelernährung festgestellt. In vielen  Fällen sei  das Essen eilig hingestellt und nach einer gewissen Zeit unangerührt wieder abgeräumt worden, ohne dass dies registriert bzw. angemessen darauf reagiert wurde. 

"Keine Zeit für Zuwendung: In Pflegeheimen siechen Menschen vor sich hin und warten auf den Tod.  Viele hungern und sind abgemagert, sie werden an Stühlen fixiert, weil nicht genügend Personal vorhanden ist, sie liegen im Sterben, während beim Zimmernachbarn am Bett nebenan laut der Fernseher läuft“, heißt es an andere Stelle.  

Doch auch die ärztliche Versorgung in den Heimen lässt zu wünschen übrig, weshalb oft lange und vergeblich nach einem Arzt gesucht werden, so dass häufig Notärzte und Krankenwagen alarmiert werden müssen

Fixierungsfallgeschichten  - Projekt zur Reduzierung von Fixierung  (Aachen 2008) 

 

Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige

In mehr als  70 Prozent der Fälle übernehmen Angehörige die Pflege, wobei sie sich oft sehr alleine gelassen fühlen. Viele brechen unter der Belastung zusammen, werden selbst krank und müssen die/den Betroffenen schließlich doch ins Heim geben. Manche haben Glück und finden ein Haus, das  hält, was der Prospekt verspricht. Für andere beginnt damit eine Zeit ständiger Ärgernisse angesichts  nicht akzeptabler Begebenheiten, die aber scheinbar nicht zu ändern sind. Das Gefühl, die eigene Mutter, den Vater, die Frau, den Mann oder wer auch immer betroffen ist, in einer hilflosen Lage im Stich zu lassen, belastet meist zusätzlich. Angehörige von Langzeitpflegebedürftigen sind anschließend oftmals schwer traumatisiert.  Hilfsangebote für pflegende und begleitende Angehörige sind oft wenig bekannt oder nicht  vorhanden.

 

 

 

 

 

 

 

 

                  

Angebote für Fachleute

Die Krankenschwester von einstmals hat ausgedient. Pflegekräfte sind Sachleistungserbringer, Personen, die sich keine Gefühle erlauben sollten, da sie nach Zeiteinheit pro Maßnahme bezahlt werden. Beziehungs- und Bezugspflege ist  etwas für Idealisten, für die ewig Gestrigen, die nicht akzeptieren  wollen, dass menschliche Zuwendung demnächst nur noch auf ehrenamtlicher Basis möglich sein wird.  Pflegewissenschaft  und Fachverbände distanzieren sich von den "Notleidenden" und erkennen nicht, wie ihre Empfehlungen wesentlich dazu beitragen,  dass die Kluft zwischen Theorie und Praxis  wächst. Einige Pflegeprofessoren/Innen  würden die Pflegeausbildung am liebsten  akademisieren - während andererseits zunehmend wieder einjährig ausgebildete Pflegehelfer/Innen gefragt sind oder  Osteuropäerinnen  ohne Sprach- und Fachkenntnisse eingesetzt werden, damit Pflege bezahlbar bleibt.  

Entwicklung im Gesundheits- und Pflegewesen

Diese Entwicklung hat System, sie ist Teil unseres Gesundheits- und Pflegesystems,  das sich  in erster Linie körperlicher Versorgung und schulmedizinischen Standards verpflichtet fühlt und nicht  der Tatsache Rechnung trägt, dass immer der ganze Mensch betroffen ist und die Ursachen für körperliche Störungen häufig  im Seelischen oder in den aktuellen Lebensumständen begründet liegen.  Statt Ganzheitlichkeit zu fördern, investiert man ins genaue Gegenteil, nämlich in die Parzellierung, d.h. in eine nach wissenschaftlichen Kriterien  isolierte Betrachtung   und Behandlung einzelner Aspekte des Ganzen.   Auch auf pflegepolitischer Ebene setzen sich immer stärker  diejenigen durch, die einer Theoretisierung, Funktionalisierung, Spezialisierung und Objektivierung der Pflege  das Wort reden.   Wie die Pflegenden an der Basis mit alledem zurecht kommen, interessiert wenig. Sprachlich und inhaltlich abgehoben, legt  man denen, die unter der Last der Verantwortung leiden, kaum imstande sind das Allernötigste zu gewährleisten, weitere Daumenschrauben an. Erster Bericht zur Betreuungssituation in Heimen, BMFSFJ 2006                       

Medizinische Versorgungspraxis

Nicht minder problematisch erscheint die Rolle der Medizin.  Gerade  ältere Menschen, die fast jede Woche mit einer anderen Beschwerde zum Arzt gehen, werden leichtfertig mit Medikamenten abgespeist, ohne dass sie über Risiken und Nebenwirkungen   aufgeklärt werden. Alternativen werden entweder nicht gesehen oder aus Zeitgründen nicht angeboten.   Demenz und Pflegebedürftigkeit  als Folge von Fehltherapie, Fehldiagnose und schädlichen Nebenwirkungen, ist ein Thema an das sich derzeit noch kaum jemand heranwagt.  Der Pflegenotstand in seiner heutigen Form geht aus unserer Sicht  größtenteils auf eine Medizin zurück, die den Menschen auf seine gestörten Körperfunktionen reduziert hat.  Oft könnten einfache  Zuwendung oder bewährte Hausmittel eine vorübergehende Störung vollständig beheben, doch stattdessen werden pharmazeutisch produzierte/isolierte Wirkstoffe verordnet, deren Nebenwirkungsliste meist länger ist, als die der gewünschten Hauptwirkung.    

Pflegeversicherung – Pflegerecht

Auch die Verantwortlichen in den  Kranken- und Pflegekassen sind maßgeblich daran beteiligt, dass in einem der reichsten Länder der Erde alterskranke Menschen zunehmend in einer Weise vegetieren, die an seelischer Grausamkeit kaum zu überbieten ist.  Als handele es sich um seelenlose Hüllen, werden diese häufig versorgt.   Nicht nur im Sprachgebrauch des Pflegeversicherungsgesetzes   wurde  der Pflegebedürftige zum Sachleistungsgegenstand  erklärt und auf die elementaren körperlichen Bedürfnisse reduziert.  Die Anerkennung einer Pflegestufe hängt ebenfalls vom körperbezogenen Hilfebedarf ab. Seelisch, geistige und soziale Faktoren sind nicht einmal Gegenstand von Qualitätsprüfungen. Mehr als eine "Satt- Sauber-Sicherpflege" kann im Streitfalle nicht eingeklagt werden.  Für die im  SGB XI definierten Ziele der Vorrangigkeit von Rehabilitation und Aktivierung  fehlt nicht nur jede Umsetzungsgrundlage, die bestehende Regelung verhindert rehabilitative Pflegeerfolge regelrecht.  

Qualitätssicherung in der Pflege/Konzepte/Angebote

 Durchschnittlich 3.500 Euro kostet inzwischen ein Pflegeplatz in einem deutschen Altersheim - ohne jede Garantie für individuelle Betreuung und die Wahrung elementarer Grundrechte.  Prospekte oder Internetseiten  versprechen oft  ein  Altersparadies auf Erden  und kaum jemand nimmt Anstoß, wenn die Bewohner dort ihrer Restselbstständigkeit und Selbstachtung beraubt werden und für jeden Handgriff dankbar sein müssen.  Wo sind hier unsere Menschenrechtsschützer, die Ethiker dieser Nation?   Würde der  Schutz alterskranker Menschen vor "nicht artgerechter Haltung" ähnlich engagiert betrieben wie der Tierschutz, könnte man sich, wie bei den Eiern von biologisch ernährten, freilaufenden Hühnern, auch bei der Auswahl eines Heimes weitgehend darauf verlassen, dass drin ist, was drauf steht.   Doch unangemeldete Qualitätskontrollen und die Forderung  bestimmter Mindeststandards im Umgang mit den Menschen sind in Heimen schwer durchzusetzen. 

 
 

besucherzähler

Heimauszeichnung Pflege-SHV verleiht   "Auszeichnung menschenwürdige Pflege"
Schulnoten für Pflegeheime  Pflege-SHV kritisiert das  Benotungsystem 
Ratgeber für Heimplatzsuchende   Pflege-SHV unterstützt Ihre Suche nach einem guten Pflegeheim. 
Ambulant vor Stationär : In der Praxis ist es umgekehrt. 
Pflege auf Augenhöhe, Pflege-SHV wirbt für  neues Verständnis 
Pflegebedürfigkeit neu definiert:  Neues Einstufungsverfahren, statt 3 soll es künftig 5 Stufen geben 
Betreuungswillkür: Ohnmächtig einer Betreuungsbehörde ausgeliefert.
Pflegepolitik  Kurzsichtiger Aktionismus statt langfristiger Lösungen
Charta der  Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen  Pflege-SHV setzt sich für die Anerkennung dieser Charta ein. 
Pflegeweiterentwicklungsgesetz  Warum die Reform  an den Problemen vorbei zielt.  
Illegale Pflege: Reguläre Angebote zu teuer und wenig hilfreich.     
Personalabbau in Kliniken und Krankenhäusern  trotz steigender Anforderungen